Firefox unter KDE und verwaiste Configs

Ich bin neulich von Chromium auf Firefox (zurück) umgestiegen. Jetzt habe ich festgestellt, dass Firefox immer Thunar als Dateimanager öffnet, obwohl an allen erdenklichen Stellen im System der KDE-Standard-Filemanager Dolphin eingestellt ist.

Thunar ist der Standard-Filemanager von XFCE, den ich nicht deinstallieren möchte, weil er den besten File-Renamer beinhaltet, den man sich wünschen kann.

Ich habe lange rumgeforscht und eine ganze Menge Lösungsansätze gefunden:

  • /home/BENUTZERNAME/.mozilla/firefox/PROFILNAME/mimeTypes.rdf löschen oder verschieben
  • Standard-Filemanager von KDE umstellen
  • Firefox mit „export DE=kde && firefox“ starten
  • Komische Voodoo-Dinge in .desktop-Dateien in /usr/share/applications/ eintragen
  • inode/directory=IRGENDWAS“ auf „inode/directory=kde4-dolphin.desktop;“ ändern in
    • ~/.local/share/applications/defaults.list
    • ~/.local/share/applications/mimeapps.list
    • ~/.local/share/applications/mimeinfo.cache
    • /usr/share/applications/defaults.list
    • /usr/share/applications/mimeapps.list
    • /usr/share/applications/mimeinfo.cache
  • Voodoo mit den gconf-editor
  • Standard-Filemanager in den Gnome- oder XFCE-Einstellungen bzw. bei den Ordnereigenschaften von Nautilus ändern.

Das alles sind Dinge, von denen Leute in diversen Foren und Bugtrackern behauptet haben, dass sie genau dieses Problem für sie gelöst hätte. Bis auf den letzten Punkt habe ich auch alles (erfolglos) ausprobiert.

Dieser letzte Punkt hat mich allerdings auf eine recht abwegige Idee gebracht: Ich hatte ja irgendwann einmal XFCE auf diesem Rechner installiert. Die Config-Files davon waren auch noch in meinem Home-Verzeichnis. Da ich die nicht mehr brauchte, habe ich einfach mal probiert, sie zu löschen:

rm -r ~/.config/xfce4

Und voilà, Firefox benimmt sich wieder.

Zum Abschluss ein kurzer Rant.

Nicht nur, dass ich 6(!) Stellen gefunden habe an denen Firefox (zumindest Gerüchten zu Folge) guckt, welche Anwendungen er benutzen soll, er hält sich auch noch lieber an die Einstellungen von einem DE, das gar nicht mehr installiert ist, als an die von dem welches gerade läuft?! Dazu kommt, dass offenbar niemand so recht weiß, wo Firefox überall sucht und welche Quellen dabei was für eine Priorität haben.

Dabei wäre doch alles so einfach, wenn die Leute Konventionen befolgen würden. xdg-open hat Dolphin geöffnet, aber Firefox benutzt lieber gnome-open (warum gibt es das überhaupt?!) und das benutzt dann die verwaisten Einstellungen von XFCE… ich habe gar nicht so viele Hände, wie ich mir vor den Kopf schlagen möchte.

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sudo & Pipes

Wenn man einen Befehl mit sudo durch eine Pipe leiten möchte, wie z.B.:

sudo echo "xscreensaver-command -lock" > usr/lib/kde4/libexec/kscreenlocker

besteht das Problem, dass nur der Teil vor dem > mit root-Rechten ausgeführt wird und nicht der ganze Befehl.
Nach kurzem Googlen habe ich auf dieser Seite folgende Lösung gefunden:
Statt sudo BEFEHL  gibt man sudo bash -c 'BEFEHL' ein. Das führt dazu, dass sudo eine Bash mit root-Rechten ausführt, die dann den eigentlichen Befehl ausführt.
Also für mein Beispiel:

sudo bash -c 'echo "xscreensaver-command -lock" > /usr/lib/kde4/libexec/kscreenlocker'

(Dieser Befehl sorgt übrigens dafür, dass man in KDE seinen Bildschirm mit xscreensaver statt mit kscreensaver sperren kann.)